Baustoffproduktion 2025: Erstmals wieder Wachstum in Krisenzeiten

Luke
Voutta
Leiter Politik & Kommunikation
l.voutta@bvbaustoffe.de

Nach drei Jahren rückläufiger Entwicklung hat sich die Baustoffproduktion in Deutschland im Jahr 2025 stabilisiert. Kalenderbereinigt verzeichnete die Branche laut Statistischem Bundesamt ein Wachstum von 1,2 Prozent. Der Bundesverband Baustoffe – Steine und Erden e. V. (BBS), der rund 25 Branchenverbände mit etwa 4.000 Unternehmen vertritt, wertet dieses Ergebnis als erstes Aufbruchssignal, fordert aber zugleich mehr Tempo bei der Umsetzung politischer Vorhaben.

„Das Wachstum von 1,2 Prozent ist ein Lichtblick“, sagt Matthias Frederichs, Hauptgeschäftsführer des BBS. Angesichts der Produktionsrückgänge von insgesamt fast 25 Prozent in den vergangenen Jahren sei dies jedoch noch kein Wendepunkt. „Von einer nachhaltigen Erholung zu sprechen, wäre deutlich verfrüht. Denn auch wenn der freie Fall gestoppt ist, gilt weiterhin die Devise: Durchhalten.“ Zwischen den einzelnen Baustoffsektoren zeigten sich im Jahr 2025 moderate Unterschiede. Zuwächse zeichnen sich etwa in den Bereichen ab, die aufgrund der Wohnungsbaukrise zuvor von hohen Rückgangsraten geprägt waren wie z. B. der Mauerwerksbau mit Wandbaustoffen wie Mauerziegeln, Kalksandstein und Porenbeton. Während auch die Gewinnung von Kies, Sand und Naturstein sowie die Produktion von Gipserzeugnissen leicht zulegten, gingen die Produktion von Zement, Kalk und Mörtel im Vorjahresvergleich weiter zurück.

Nachhaltige Erholung braucht politische Entscheidungen
Für eine dauerhafte Erholung der Baustoffindustrie braucht es aus Sicht des BBS mehr Aufbruchsstimmung – sowohl am Bau als auch in der Gesamtwirtschaft. Dafür sei entschlossenes politisches Handeln entscheidend. „2025 war geprägt von Ankündigungen, 2026 muss das Entscheidungsjahr werden“, so Frederichs. Nach solider Vorarbeit drohe die Bundesregierung zunehmend im Klein-Klein stecken zu bleiben. Zahlreiche Gesetze mit tragfähigen Entwürfen verharrten entweder im Kabinett oder im Bundestag. „Die Reformwilligen müssen sich endlich durchsetzen“, fordert Frederichs. So mahnt der Verband zur Eile beim Infrastruktur-Zukunftsgesetz, damit die zusätzlichen Mittel aus dem Sondervermögen endlich wirksam verbaut werden können. Auch die anhaltende Unsicherheit rund um das Gebäudeenergiegesetz koste am Ende wirtschaftliche Dynamik. Im Wohnungsbau habe die Bundesregierung mit dem EH55-Förderprogramm und dem Bau-Turbo zwar Handlungsfähigkeit bewiesen, diese Impulse reichen aber bei Weitem nicht aus.

Verband erwartet Wachstum von 2 Prozent in 2026
Für das Jahr 2026 ist die Mission der Branche aus Sicht des BBS klar: „Wir machen das, was wir am besten können: Baustoffe produzieren, Wertschöpfung erhalten und Lebensqualität sichern.“ Die Politik sieht Frederichs in der Verantwortung, wieder verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Unternehmer „auch wieder Freude am Investieren in Deutschland finden“. Unter den derzeitigen Voraussetzungen rechnet der BBS für 2026 mit einem leichten Produktionszuwachs von rund zwei Prozent. „Ein weiterer Lichtblick, aber immer noch im Krisenmodus“, so Frederichs abschließend.

— Veröffentlicht am
9.2.2026
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