Bauwirtschaft

Ziele im Bereich
Bauwirtschaft
- Wohnungsbaukrise abmildern –Investitionsbedingungen verbessern
- Energetische Sanierungen attraktiver machen
- Ausweitung und Verstetigung öffentlicher Infrastrukturinvestitionen
Bauen schafft Lebensqualität

Die Bauwirtschaft steht einschließlich der vor- und nachgelagerten Wirtschaftszweige für mehr als 10 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts. Insgesamt werden hier fast 5 Mio. Menschen beschäftigt. Die Wertschöpfungskette Bau ist somit für die gesamte Volkswirtschaft von zentraler Bedeutung. 2025 beliefen sich die in Deutschland getätigten Bauinvestitionen auf mehr als 460 Mrd. Euro. Davon entfielen 59 Prozent auf den Wohnungsbau, 24 Prozent auf den Wirtschaftsbau und 17 Prozent auf den öffentlichen Bau. Innerhalb der Wertschöpfungskette Bau ist die Baustoffindustrie aufgrund ihrer Schlüsselrolle für Langlebigkeit, Energieeffizienz und CO2-Einsparungen bei Bauwerken ein Innovationsmotor.
Wohnungsneubau
Der Wohnungsbau kommt nur langsam aus der Krise, die durch drastisch verschlechterte Finanzierungs- und Förderbedingungen sowie stark gestiegene Baukosten ausgelöst worden ist. Der Einbruch bei den Wohnungsbaugenehmigungen um mehr als 40 Prozent von 2021 bis 2024 schlägt sich mittlerweile bei den Fertigstellungen nieder: 2025 ist die Zahl der fertiggestellten Wohnungen gegenüber 2023 um fast 30% auf nur noch gut 200.000 gesunken, 2026 dürfte ein weiterer Rückgang erfolgen. Immerhin gibt es Signale einer Stabilisierung: Die Wohnungsbaugenehmigungen nehmen seit 2025 wieder zu. Gleichwohl bedarf es besserer Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau. Mit dem Bau-Turbo wurde bereits ein wichtiges Instrument geschaffen. Es besteht die Hoffnung, dass der „Gebäudetyp E“ und die angekündigte Neuordnung der Wohnungsbau-Förderlandschaft positive Impulse für den Wohnungsbau setzen werden.
Energetische Sanierungen
Die Steigerung der Energieeffizienz im Immobiliensektor ist einer der Schlüssel für die Umsetzung der Energiewende. Allerdings fällt die Sanierungsquote mit rund 0,7 Prozent pro Jahr viel zu niedrig aus. Damit der Gebäudesektor perspektivisch klimaneutral wird, muss die Energieeffizienz in weiten Teilen des Gebäudebestands so verbessert werden, dass die Beheizung mit niedrigen Vorlauftemperaturen durch erneuerbare Energieträger effizient ermöglicht wird. Beim Umbau des Gebäudebestands ist das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) im Zusammenspiel mit der BEG-Förderung von größter Bedeutung. Zwar sind einfachere Regulierung und mehr Technologieoffenheit grundsätzlich zu begrüßen. Allerdings müssen Fehlanreize zum Einbau fossil betriebener Heizungen vermieden und Förderkontinuität auch mit Blick auf die Ertüchtigung der Gebäudehülle gewährleistet werden.
Öffentliche Investitionen
Nachdem die öffentliche Infrastruktur lange Zeit deutlich unterfinanziert war, hat sich die Situation in den vergangenen Jahren bereits etwas gebessert. Insbesondere in die Schiene wird erheblich investiert. Einen großen Anteil daran hat das „Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität“ (SVIK), durch das innerhalb von 12 Jahren insgesamt 500 Mrd. Euro zusätzlich investiert werden sollen. Allerdings zeigt sich, dass die Mittel aus dem SVIK zum Teil lediglich diejenigen Investitionen ersetzen, die zuvor aus dem Kernhaushalt finanziert worden waren. Um die Infrastruktur umfassend zu modernisieren und eine signifikante Wachstumswirkung zu erzeugen, muss die versprochene Zusätzlichkeit der SVIK-Mittel konsequenter eingehalten werden. Damit die zahlreichen Infrastrukturprojekte auch zeitnah realisiert werden können, bedarf es einer deutlichen Reduzierung des Planungs- und Genehmigungsaufwands und eines umfassenden Bürokratieabbaus. Hier ist das im Sommer 2026 in Kraft getretene Infrastruktur-Zukunftsgesetz ein wichtiger Schritt. Ebenfalls erfreulich ist, dass die verlässlichere Finanzierung der Bundesverkehrswege künftig gestärkt werden soll, indem die Autobahn GmbH einen festen Anteil der Lkw-Mauteinnahmen direkt vereinnahmen kann und gleichzeitig beschränkt kreditfähig wird.