Konjunktur

Nachfrage

Bauinvestitionen nach Sparten, industrielle Nachfrage und Außenhandel.

Bautätigkeit

Die Baustoff-Steine-Erden-Industrie ist der zentrale Zulieferer für den Bausektor. Mehr als vier Fünftel der wertmäßigen Steine-Erden-Produktion gehen in den Hoch- und Tiefbau sowie in Sanierungen. Die Bauinvestitionen in Deutschland haben sich auch 2025, wie bereits in den vier Jahren zuvor, rückläufig entwickelt: Hohe Unsicherheit haben in Verbindung mit den in den vergangenen Jahren verschlechterten Finanzierungskonditionen und gestiegenen Baupreise zu einer weiteren Dämpfung geführt. Gleichwohl deuten die zuletzt gestiegenen Baugenehmigungen und stabilisierten Auftragseingänge im Baugewerbe eine Trendwende an, die allerdings angesichts der geopolitischen Lage und der damit verbundenen Risiken etwa für Preise und Zinsen mit Fragezeichen verbunden ist. Grundsätzlich bestehen zwar erhebliche Baubedarfe sowohl im Hochbau als auch im Tiefbau. Angesichts der zu erwartenden Dämpfung der Gesamtkonjunktur bleibt aber abzuwarten, ob sich diese auch in realer Nachfrage realisieren. Bei der Ertüchtigung der öffentlichen Infrastruktur wird es darauf ankommen, dass das Infrastruktur-Sondervermögen der Bundesregierung von 500 Mrd. Euro zielgerichteter eingesetzt wird und nicht lediglich reguläre Investitionen aus dem Kernhaushalt ersetzt.

Bauinvestitionen nach Bausparten 2023 bis 2025 | Prognose 2026/27

in Mrd. Euro zu Preisen von 2023
Wohnungsbau
Wirtschaftsbau
öffentlicher Bau
Quelle:
Statistisches Bundesamt; Prognose: Frühjahrsgutachten der Wirtschaftsforschungsinstitute, BBS-Berechnung

Industrielle Nachfrage

Zwar wird mengenmäßig der bei weitem größte Anteil der Steine-Erden-Güter in die Bauwirtschaft geliefert, bezogen auf den Produktionswert geht aber immerhin ein Sechstel der Steine-Erden-Produktion in zahlreiche andere Wirtschaftsbereiche. Hierzu zählen Industriesektoren wie die Stahl-, Chemie- und Papierindustrie, aber auch Landwirtschaft und Umweltschutz. So bindet Kalk bei der Stahlherstellung unerwünschte Bestandteile des Roheisens, wird zu Düngemittel für die Landwirtschaft verarbeitet und bei der Reinigung der Rauchgase, die bei der Kohleverstromung entstehen, verwendet. Aus Spezialtonen hergestellte Feuerfesterzeugnisse kommen etwa in den Brennprozessen zahlreicher Industrien zum Einsatz. Kaolin dient als Füllstoff bei der Papierproduktion. Quarzsande bilden den Grundstoff für die Glasproduktion und dienen als Formsand für die Gießereiindustrie. Die genannten Sektoren hängen nicht primär vom Bau, sondern von der Entwicklung der Industriekonjunktur ab.

Verwendung von Steine-Erden-Erzeugnissen in nachgelagerten Wirtschaftszweigen

Anteil an der Gesamtproduktion, 2023
Baugewerbe
Andere
Quelle:
Input-Output-Rechnung des Statistischen Bundesamts

Außenhandel

Baustoff-Steine-Erden-Güter werden zumeist regional gewonnen und über kurze Distanzen zum Verbraucher transportiert. Entsprechend spielt der Außenhandel insbesondere im grenznahen Bereich eine besondere Rolle. Hauptabnehmer sind die direkten Nachbarländer Niederlande, Schweiz, Österreich, Frankreich und Polen. Die Außenhandelsintensität innerhalb der Baustoff-Steine-Erden-Industrie variiert stark und ist u. a. vom Verhältnis der Transportkosten zum Produktionswert abhängig. Insgesamt wurden 2025 rund 38,3 Mio. t Baustoff-Steine-Erden-Güter ausgeführt (2024: 37,1 Mio. t; 2025/24: +3,3 %). Wertmäßig sanken die Ausfuhren von 5,5 auf knapp 5,1 Mrd. Euro (-8,6 %). Die Importe von Baustoff-Steine-Erden-Gütern betrugen im Jahr 2025 rund 31,8 Mio. t (2024: 21,1 Mio. t; 2025/2: +50,5%). Wertmäßig verringerten sich die Importe von 4,0 auf 3,5 Mrd. Euro; dies entspricht einem Rückgang von 12,6 %.

Ausfuhren und Einfuhren von Baustoff-Steine-Erden-Gütern

in Mrd. Euro (in jeweiligen Preisen)
Ausfuhren
Einfuhren
Anmerkung

Summe Baustoff-Steine-Erden-Industrie: GP19 08.1, 08.99, 23.2, 23.3, 23.5, 23.6, 23.7 sowie WA68061000 und WA70191500. Stand Mai 2025

Quelle:
Statistisches Bundesamt