Baustoff-Steine-
Erden-Produktion
Branche im Überblick
Die Baustoff-Steine-Erden-Industrie gewinnt mineralische Rohstoffe und verarbeitet diese zu einer Vielzahl von Baustoffen sowie zu Vorprodukten für industrielle Prozesse. Zudem werden sekundäre Rohstoffe eingesetzt und Bauabfälle verwertet bzw. recycelt. Damit ist der Wirtschaftszweig als Vorleistungsgüterbranche für die Bauwirtschaft und viele andere nachgelagerte Sektoren (u.a. Stahl-, Glas-, Papier- und Chemieindustrie) von großer Bedeutung. In der Baustoff-Steine-Erden-Industrie sind rund 136.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte tätig, die einen Jahresumsatz von etwa 38 Mrd. Euro erwirtschaften. Sie ist in Deutschland fast flächendeckend vertreten, so dass Gewinnung, Weiterverarbeitung und Versand meist in räumlicher Nähe stattfinden.
Anteile der Einzelbranchen an der wertmäßigen Produktion der Baustoff-Steine-Erden-Industrie
* Kalksandstein, Leichtbeton, Porenbeton; Statistik bezieht sich auf Unternehmen mit 20 und mehr (Kies, Sand, Naturstein, Transportbeton: 10 und mehr) Beschäftigten
Energie
Die Baustoff-Steine-Erden-Industrie ist mit einem Energiekostenanteil an der Bruttowertschöpfung von mehr als 20 % fast dreimal so energieintensiv wie das Verarbeitende Gewerbe insgesamt. So erfordern die Brennprozesse in einigen Industriezweigen wie der Zement-, Kalk- und keramischen Industrie (Ziegel, Fliesen, Feuerfest) einen sehr hohen Energieeinsatz. Beim Energiebedarf ist zu berücksichtigen, dass sich dieser im Lebenszyklus eines Gebäudes relativiert: Aufgrund der langen Lebensdauer mineralischer Baustoffe fällt die „graue Energie“ über die Jahre immer weniger ins Gewicht. Die eingesetzten Energieträger variieren und umfassen Erdgas und Kohle, aber auch große Mengen an Sekundärbrennstoffen. Darüber hinaus wird u.a. für Brech- und Mahlprozesse elektrische Energie benötigt. Die Baustoff-Steine-Erden-Industrie hat das Ziel, bis 2045 klimaneutral zu werden. Hierfür ist die Umstellung auf CO2-neutrale Energieträger wie grünen Strom, Biomasse und Wasserstoff ebenso erforderlich wie die Speicherung nicht vermeidbarer Treibhausgasemissionen.
Energieverbrauch in der Baustoff-Steine-Erden-Industrie
Naturstein, Kies, Sand, Ton, Kaolin: einschließlich Naturwerkstein; Beton- und Gipserzeugnisse: einschl. Kalksandstein, Porenbeton, Mörtel usw.; Statistik bezieht sich auf Unternehmen mit 20 und mehr (Kies, Sand, Naturstein, Transportbeton: 10 und mehr) Beschäftigten
Investitionen
Die Baustoff-Steine-Erden-Industrie produziert aufgrund ihrer aufwendigen Abbau-, Aufbereitungs- und Brennprozesse kapitalintensiv. Entsprechend ist die Investitionstätigkeit hoch. 2024 sind die Investitionen und die Investitionsquote (= Investitionen/Umsatz) angesichts der Konjunkturkrise gesunken. Auch 2025 dürfte sich die schwache Investitionstätigkeit angesichts der erheblichen Unsicherheit und der verhaltenen Stimmung in der Branche abwärts entwickelt haben. Alles in allem liegt die Investitionsquote in der Baustoff-Steine-Erden-Industrie bei rund 5,5 % und damit signifikant höher als im Durchschnitt des Verarbeitenden Gewerbes insgesamt (3,2 %). Insgesamt wurden 2024 knapp 1,8 Mrd. Euro in Maschinen, Grundstücke und Bauten investiert. Mittel- bis längerfristig ist trotz großer Herausforderungen von signifikant steigenden Investitionen auszugehen, insbesondere aufgrund der notwendigen Dekarbonisierung der Industrie. Die Umstellung auf eine CO2-neutrale Produktion wird in den kommenden Jahrzehnten erhebliche Mittel binden. Sie erfordert daher verlässliche Rahmenbedingungen und eine angemessene Förderkulisse.
Investitionen und Investitionsquote in der Baustoff-Steine-Erden-Industrie
Statistik bezieht sich auf Betriebe von Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten; Investitionsquote = Investitionen/Umsatz
